Der Ruf der Wale und Einhörner

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5. Januar 2019. Ich habe vor, zu meinem Lehrer in der oberen Welt zu reisen. Dafür stehe ich ausnahmsweise mal 2.15 Uhr morgens auf, um live bei Hanks Kurs dabei zu sein. I fühle mich gestresst, angespannt und einfach nicht richtig da. Sicher, da mein Körper und Geist auf Schlaf eingestellt sind. Ich trete dem Kursraum etwas verspätet bei, sitze in einem anderen Raum als gewohnt und meine Nase läuft wie ein Wasserfall. Ich habe das Gefühl Hank rennt durch seinen Kurs, dabei macht er nichts anders, als auch sonst. Meine Wahrnehmung ist einfach etwas eingeschränkt. Es ist eine Herausforderung für mich, Hanks Worten zu folgen. Den Eingang in die Mittelwelt finde ich nur mit Mühe, weil mein Mann mitten in der Nacht anfängt in der Wohnung herumzupoltern. Nebenbei versuche ich, mir Notizen über die Kursinhalte zu machen, doch mein Geist ist einfach noch zu schläfrig dafür.

Ich trete in meinen Seelengarten und nehme wahr, dass es den Vögeln und den Schmetterlingen schon weit besser geht. Interessant. Reicht die pure Absicht zu meinem Lehrer in der oberen Welt zu reisen schon aus, um den Vögeln und Schmetterlingen in meinem heiligen Garten zu helfen?

Ich sehe zu, mich rasch auf die Reise zu machen, da obige Schwierigkeiten meine Konzentration und meinen Fokus reduzieren. Ich treffe Faye, begrüße Zwerg, Adler, Eiche und Eule; berühre Iris, das Lebensrad und lasse mich, um mehr in der mittleren Welt anzukommen, einige Male von ihr im Kreis herumdrehen. Dann gehe ich zum Smaragd, rufe jedoch vorher noch Adler Kai und Eule Ursel zu mir. Ich bitte beide, mit mir auf diese Reise zu gehen.

Alsbald erscheint eine Treppe hoch in den Himmel. Da ich bereits zuvor zu meinem Lehrer in der oberen Welt, Ian, gereist bin, wundert mich das. Soll ich nicht mit Adler fliegen? Vielleicht zeigt es mir auch, dass ich ganz alleine in die obere Welt gelangen kann, ohne jegliche Hilfe meiner Geisteshelfer. Das ist eine gute Erkenntnis, es wird mir gerade erst bewusst. Ich gehe also die Treppen ein Stück empor, bis ich zu einem Absatz komme. Sicher ist das der Tatsache geschuldet, dass ich mir noch nicht vorstellen kann, selbst zu Fuß in die obere Welt laufen zu können. Ich bitte Adler Kai uns zu Ian zu bringen. Wir sitzen auf und heben ab. Die Eule sitzt mit auf Kai.

Wir fliegen und fliegen. Es dauert eine Ewigkeit, da ich immer wieder von der hiesigen Welt abgelenkt werde. Ich erwarte irgendwie, dass es wieder sehr stürmisch sein wird, doch der Himmel ist relativ ruhig. Irgendwann tritt etwas Windzug auf, jedoch vergleichsweise wenig. Wir fliegen durch die dicke weiße Wolke, wonach wir bald auf dem Absatz landen, wo die Treppe hinauf zu Ian führt.

Kurz bevor wir ankommen bemerke ich eine Schar Wildgänse am Himmel. Sie fliegen auf uns zu und ich erkenne eine Art weißes Wesen, was sich auf der führenden Wildgans befindet. „Komisch”, denke ich. Kommt mein Lehrer jetzt mit Gänsen angeflogen?“ Ich stelle mir vor, wie wir zur gleichen Zeit ankommen und uns begrüßen, doch das passt irgendwie nicht. Ich gehe also die Treppe hinauf und beobachte, wie kurz hinter mir dieses weiße, fluffige Wesen aufsteigt. Ich schaue nach rechts, um es anzusehen. Dabei kommt es neben mich und verschmilzt mit mir. Das fühlt sich so wohlig an! Mich durchströmt ein Gefühl der Vollkommenheit, des Glücks, der Freude, der Ganzheit. Mir wird bewusst, dass dies mein höheres Selbst ist, dass sich gerade wieder mit mir verbunden hat.

Wie erleuchtet steige ich bis zu Ian hinauf. Es fühlt sich an, als wäre um mich herum nun eine Lichtaura. Wir begrüßen uns und ich bitte Ian um Rat wegen der Vögel. Ian weist mich an, mit den Delphinen im Becken zu schwimmen, doch Eule Ursel, die auf dem Rand des Beckens sitzt, erinnert mich daran, erst einmal den Rat von Ian zu Ende anzuhören. Ich wende mich also erneut an Ian, der mir erklärt, dass ich mich treiben lassen soll. „Lass dich vom Leben treiben. Alles was einfach scheint, ist richtig. Es bedarf keiner besonderer Anstrengungen.“ Da sehe ich, wie ich auf dem Rücken eines der Delphine liege und entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn im Becken schwimme. Es fühlt sich gut und leicht an. Genau, dass ist es, was Ian mich gerade gelehrt hat. Leichtigkeit. Mein Leben darf leicht sein.

Ich bitte Ian um innere Führung. In dem Moment tritt der Kopf eines riesigen Pottwals durch die Mitte des Beckens. Das Becken erscheint komplett ausgefüllt mit dem Pottwal, die Delphine und ich haben plötzlich wenig Platz, uns weiter zu bewegen. Der Pottwal nimmt mich mit. Erst scheint es, als hätte er mich in sein Maul genommen, doch alsbald sehe ich, wie ich auf seinem Kopf/Rücken liege und mit ihm schwimme. Wir tauchen in das Weltall ab und ich erkenne, dass ich mich wieder mit den Walen verbinden soll. Diese Idee fühlt sich so wohl an, so richtig. Gleichzeitig erkenne ich jedoch, dass ich durch die Verbindung mit den Walen wieder Verbindung mit meinen Einhörnern aufnehmen soll. Das ist es! Die Einhörner stehen sinnbildlich für Leichtigkeit! Wenn ich einen regen Austausch mit meinen Einhörnern pflege, so wie in meiner Zeit in Mexiko, kann ich wieder die Tiefe und Schönheit der Leichtigkeit erfahren. Mein Gefühl also, wieder zu meiner Einhornherde reisen zu wollen bzw. das es höchste Zeit ist, dies zu tun, bestätigt sich durch diese Reise.

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